„Neue Klassengesellschaft? Auswirkungen von Leiharbeit und Werkverträgen“, 15.03.2017 im Museum Arbeitswelt Steyr

Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung von ISW und Museum Arbeitswelt Steyr wurden am Beispiel Deutschland die Auswirkungen von Leiharbeit und Werkverträgen auf die Betriebsstrukturen und den Arbeitsmarkt diskutiert. Dr.in Sandra Siebenhüter von der IG Metall Nürnberg schilderte anschaulich die Veränderungen des Arbeitsmarktes, die, so Siebenhüter, zu einer „inneren Prekarisierung“ ganzer Branchen geführt haben. In vielen Betrieben finden sich heute Dreiklassengesellschaften: Stammbeschäftigte, Leiharbeitnehmer/-innen und Beschäftigte von Drittfirmen. Ein zentrales Problem sei dabei der Preisdruck: Wird ein externer Dienstleister gewerkschaftlich organisiert, ist dieser unter Umständen nicht mehr konkurrenzfähig.

In der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion wurde auf die in Österreich im Vergleich zu Deutschland gute Rechtslage hingewiesen. Der Leiharbeiter-Kollektivvertrag sowie der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) seien in dieser Form einzigartig in Europa. Trotzdem gelte es, wachsam zu bleiben: die Kündigungsfristen werden häufig durch einvernehmliche Auflösungen umgangen. Firmen, die durch Missachtung der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen Wettbewerbsverzerrung betreiben, müssten konsequenter sanktioniert werden.

Präsentationsvortrag von Frau Dr.in Siebenhüter
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