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WISO-Sonderheft: "Europäische Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise" Ergebnisse des INSITO-Projekts

Wirtschaftskrisen und deren Bewältigung, drängen Fragen zur Arbeitsqualität meist in den Hintergrund. Große Teile der Arbeitnehmer sind krisenbedingt und durch Einführung neuer Management-Methoden hohen beruflichen Belastungen ausgesetzt und infolge dessen steigt die Anzahl psychischer Erkrankungen stark. Auch die EU hat sich als Ziel gesetzt Arbeitsbedingungen und die Qualität der Arbeit längerfristig zu beobachten. Die Beiträge in diesem WISO-Sonderheft befassen sich mit der Messung von Arbeitsqualität und der Schaffung geeigneter Indikatoren. Die Frage der Arbeitsbedingungen muss wieder mehr in den Mittelpunkt politischer Diskussionen gerückt werden.

 

Wirtschaftlicher Krisen sind immer mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden. In ihrer Bewältigung wird die Parole „Hauptsache Arbeit“ von verschiedenen Seiten vorgebracht und so wichtig Arbeitsplätze sind, so darf doch in dieser Diskussion nicht auf die Qualität der Arbeit vergessen werden. Auch wenn eine ganze Gesellschaft unter wirtschaftlichen Druck steht darf die Sicherung von Arbeitsplätzen nicht gegen deren Qualität ausgespielt werden.

 

Durch neue Management-Methoden und einer Verschiebung der Verantwortung, durch zunehmende Individualisierung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse, auf untere Ebenen haben sich die psychischen Anforderungen stark geändert und sind zu dem größten Belastungsfaktor geworden. Dies zeigt sich deutlich in einem massiven Ansteigen von psychischen Erkrankungen. Diese sind bereits der vierthäufigste Grund für Krankschreibungen, und so liegt die These nahe, dass sich die Qualität der Arbeit nicht zum Besseren sondern zum Schlechteren entwickelt hat.

 

Diese Entwicklungen hat auch die EU dazu bewogen die Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen und  Arbeitsqualität dauerhaft zu beobachten. Es stellt sich die Frage, wie Qualität, die ja immer ein subjektives Empfinden ist, gemessen, verglichen und analysiert werden kann. Dieses WISO- Sonderheft beschäftigt sich genau mit diesen Fragen und präsentiert Ergebnisse EU-weiter Studien zum Thema Beschäftigungsqualität und der Messung dieser. Außerdem werden die Entwicklungen in Österreich, das durch den Arbeitsklima Index eine Vorreiterrolle spielt, in Italien, der Tschechischen Republik und Flandern beschrieben.

 

Die in der Lissabon-Strategie formulierten Ziele „… Europa zu einem dynamischen wissensbasierten Wirtschaftsraum zu machen, der den Beweis erbringt, dass hohe Wettbewerbsfähigkeit mit Vollbeschäftigung, sozialer Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung vereinbar ist“ haben sich nicht erfüllt. Der europäische Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet von hoher Arbeitslosigkeit und Entwicklungen hin zu noch mehr atypischen und prekären Beschäftigungsverhältnissen, Arbeitsplatzunsicherheit und hohen psychische Belastungen.

 

Erst 2006 hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss beschlossen sich mit der Qualität der Arbeit zu befassen und es wurde versucht einen gesamteuropäischen Index zur Arbeitsqualität zu erstellen. Gute Arbeit muss für den europäischen Raum ein Konzept für die Zukunft werden. Sozialen Konflikten kann vorgebeugt werden und gute Arbeitsbedingungen wirken sich, wie in diesem Heft gezeigt wird, günstig auf Innovationen in Unternehmen aus.

 

Eine gute Arbeitsqualität ist somit wichtig für eine nachhaltige Personalpolitik, indem psychische Belastungen reduziert werden, für betriebliche Produktivität und für die Sicherung des sozialen Friedens in einer Gesellschaft.

 

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