isw Newsletter
| ISW-Betriebsrätebefragung 2010 Leistungsdruck und Arbeitszeit |
|
Verdichtung der Arbeit und hoher Leistungsdruck sind für die Beschäftigten keine völlig neuen Erscheinungen. Der Druck auf die Arbeitnehmer/-innen hat in vielen Betrieben jedoch noch einmal zugenommen: Der einsetzende Aufschwung wird mit den krisenbedingt stark ausgedünnten Personalständen und/oder dem Einsatz von Zeitarbeitnehmer/-innen bewältigt. Steigender Leistungsdruck wurde demnach von den Betriebsratsvorsitzenden am Häufigsten als Tätigkeitsfeld ihrer Arbeit genannt.
Die stärksten Ursachen für hohen Leistungsdruck sind aus der Sicht der Betriebsräte/-innen Einsparungen beim Personal und termingebundene Aufträge („Kundendruck“). Die hohe Belastung wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen aus. In 60% der Betriebe sind bereits Fälle von „Burnout“ aufgetreten. Nur in etwa 10% der Betriebe gibt es eine klare Regelung, (z.B. Betriebsvereinbarung) wie mit dem Thema umgegangen wird. Etwa die Hälfte der Betriebsratvorsitzenden ist der Ansicht, dass Beschäftigte in ihrem Betrieb Überforderung thematisieren können, ohne dass daraus gravierende berufliche Nachteile erwachsen. In drei Viertel der Betriebe werden von den Beschäftigten regelmäßig Überstunden geleistet. 60% der Betriebsratsvorsitzenden schätzen, dass die Arbeitnehmer/-innen ihres Betriebs eigentlich gerne weniger Überstunden leisten würden. Allerdings hängt das Bedürfnis nach einer Verringerung der Überstunden davon ab, inwiefern - aufgrund eher bescheidener Grundlöhne - Überstunden von den Beschäftigten als wichtiger Einkommensbestandteil angesehen werden. Insgesamt geben immerhin etwa 40% der Betriebsratsvorsitzenden an, dass in ihrem Betrieb die Beschäftigten ein Bedürfnis nach kürzeren Normalarbeitszeiten haben. Arbeiterbetriebsräte/-innen sehen häufiger ein Bedürfnis nach Arbeitszeitverkürzung als Angestelltenbetriebsräte/-innen. Diese und weitere interessante Ergebnisse finden Sie hier: |