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WISO-Schwerpunktausgabe 3/2003: "Chancen für alle oder Reichtum für wenige? - Plädoyer für eine Zukunft des Wohlfahrtsstaates"
Die politische Grundhaltung, dass eine Gesellschaft sich dann am besten entwickelt, wenn alle Bürger in einem vernünftigen Ausmaß am erarbeiteten Wohlstand und den Entscheidungen in einer Gesellschaft teilhaben, ändert sich seit einigen Jahren. Der Zusammenhalt in der Gesellschaft verliert an Stellenwert zugunsten individueller Entfaltungsmöglichkeiten, die Rolle des Staates wird zunehmend in Frage gestellt. Öffentliche Leistungen und Sozialsysteme werden abgebaut bzw. privatisiert, Mitwirkung und Mitgestaltung der Sozialpartner werden zurückgedrängt. Steuersysteme und Wirtschaftspolitik unterstützen diesen Kurswechsel. Bloße Armutsbekämpfung tritt an die Stelle des wirtschaftlichen und sozialen Ausgleichs. Wirtschaftliche Globalisierung ohne ausreichende demokratische Governance-Strukturen auf der internationalen Ebene ermöglicht diese Entwicklung. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass dahinter die Interessen derjenigen stehen, die von einer möglichst wenig regulierten Welt profitieren, in der sich die Stärkeren durchsetzen und die Schwächeren auf der Strecke bleiben. Demgegenüber plädieren die Autoren in diesem Heft für eine Zukunft des Wohlfahrtsstaates und Chancen für alle. |
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