ISW Linz , 08.11.2004
URL: http://www.isw-linz.at/WISO_3_2004.html
20 - WISO 3/2004
Seit dem Übergang zu einer Politik, die freie Marktwirtschaft und globalen Wettbewerb in den Mittelpunkt stellt, hat sich die soziale Situation von Arbeitnehmern national und europaweit zunehmend verschlechtert. Der Anteil der Arbeitnehmer am erarbeiteten Wohlstand wird zunehmend geringer (Lohnquote). Zusätzlich werden Arbeitnehmerrechte und Selbstverwaltung zurückgeschraubt. Den Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität abverlangt und zugleich werden die Standards für soziale Sicherheit abgebaut. Flexibilität erfordert aber soziale Sicherheit – Angst hingegen verhindert Flexibilität und Kreativität.
Daraus ableitend soll in den Beiträgen der WISO-Schwerpunktausgabe 3/2004 belegt werden, dass im Wohlfahrtsstaat die Interessen der Bevölkerung und insbesondere der Arbeitnehmer besser vertreten sind und zu vernünftigeren Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle beitragen. Dies erfordert aber Änderungen (Paradigmenwechsel) in der Wirtschafts-, Sozial-, Finanz- und Bildungspolitik.
Denn hinter den oft vorgegebenen Sachzwängen steckt vielfach eine interessengeleitete Politik, die weder die versprochene Entschärfung auf dem Arbeitsmarkt gebracht hat und schon gar nicht eine gerechtere Einkommensverteilung (Working Poor). Ziel ist damit, Alternativen zum jetzigen Wirtschafts- und Sozialkurs im Sinne der Arbeitnehmer aufzuzeigen und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft wieder zu stärken.