ISW Linz , 30.03.2007
URL: http://www.isw-linz.at/41_PE_Fonds.html
41_PE_Fonds
Private-Equity-Fonds gefährden zunehmend Unternehmen und Arbeitsplätze
Private Equity (privates Beteiligungskapital) war von der Grundidee her eine Form der Kapitalbeteiligung an einem Unternehmen, das Investoren braucht. Der aus diesen Investitionen erzielte wirtschaftliche Erfolg wird in späterer Folge mit dem Investor geteilt.
Die Unternehmen besorgen sich ihr Kapital also nicht (öffentlich) über Börsen, sondern über Private Equities (das sind meist Fonds oder Gesellschaften). Kapitalgeber bzw. Fonds-Manager und Unternehmer treten in direkten Kontakt. Der Vorteil für Unternehmer ist im Normalfall, dass er das Kapital günstiger bekommt als über Bankkredite, und dass spekulative Effekte wie Kursblasen keine Rolle spielen. Auch die Überlegung, dass man nur einen großen „Aktionär“ bei Laune halten muss, mag verlockend erscheinen.
Vorwiegend mittlere Unternehmen, die kaum einen Zugang zu Börsen haben, greifen auf diese Finanzierungsform zurück. Bei steigenden Zinsen oder wenn die Rendite nicht den Erwartungen des Anlegers entspricht, ziehen Private-Equity Häuser ihr Geld oft rasch wieder ab, indem sie ihre Portfoliofirmen zusätzliche Kredite aufnehmen lassen oder indem sie diese Firmenbeteiligungen als Ganzes mit Gewinn an einen anderen Fonds weiterverkaufen (Secondary Buyouts). Die betroffenen Unternehmen sind dann oft mit hohen Rückzahlungen und Kreditzinsen konfrontiert. Das bringt auch ansonst solide Unternehmen in eine wirtschaftliche Krisensituation, bis hin zum Zusammenbruch. Denn es macht einen großen Unterschied, „ob ein Käufer ein industrielles Interesse an einem Unternehmen habe oder ein reines Verwertungsinteresse.“ (Kurier, 21.03.2007)
Private-Equitiy-Fonds bedienen sich für Firmenbeteiligungen zunehmend einer Kreditfinanzierung, was das Gesamtvolumen für derartige Geschäfte weiter ausdehnt und noch risikoreicher macht. Weiters ist davon auszugehen, dass insbesondere Pensionsfonds noch mehr Geld in Private-Equitiy investieren werden. Sie können damit rechnen, dass sie hier beständig höhere Renditen erzielen als an der Börse. Die Geldgeber von PE-Fonds erwarten sich jährliche Gewinne zwischen 16 und 22 Prozent (Der Standard, 18.03.2007). So wie in Unternehmen die an der Börse notiert sind wird auch hier versucht, Druck zu machen, Beschäftigte abzubauen, um die Rendite zusätzlich zu erhöhen. Nicht nur die Beschäftigten sind davon negativ betroffen, sondern die ganze Volkswirtschaft. Viele Experten vergleichen die Situation schon mit jener vor 2000, als die Spekulationsblase platzte.
Wirtschafts-Professoren – wie zum Beispiel Jörg Huffschmid – fordern daher strengere Regulierungen für diesen Bereich. Dies kann eine höhere Eigenkapitalgrundlage für derartige Kredite sein. Aber auch die Anlagen von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, etc. in Hedge-Fonds und in Private Equity müssen stark eingeschränkt werden.
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