ISW Linz , 03.10.2006
URL: http://www.isw-linz.at/27_Weltbank.html
27-Weltbank
Weltbank überarbeitet ihre Pensionspolitik - Gewerkschaften weiterhin kritisch
Die Weltbank hat in einem neuen Bericht ihre Pensionspolitik
überarbeitet.
Der Bericht trägt den Titel: "Old-Age Income
Support in the Twenty-First Century: An International Perspective on Pension
Systems and Reform".
Die Bank hat seit den 80er Jahren in mehr als 80 Entwicklungs- und Transformationsländern Pensionsreformen begleitet. Auf der Basis dieser Reformen hat sie 1994 ihre Pensionspolitik "Averting the Old-Age Crisis" publiziert, in der sie für eine teilweise Privatisierung der öffentlichen Pensionssysteme und die Einrichtung obligatorischer privater Pensionskonten (2. Säule) eintrat.
Die internationalen Gewerkschaftsorganisationen hatten die Gelegenheit, einen Entwurf dieses Berichts im Mai 2004 zu kommentieren.
Die Gewerkschaften begrüßen zwar, dass die Weltbank nunmehr im Vergleich
zu ihrer früheren Reformpolitik eine weniger dogmatische Haltung einnimmt und
auch die Absicht bekundet, in Hinkunft die Gewerkschaften in die Reformen
einzubeziehen.
Gleichzeitig kritisieren sie die weiter
bestehende Pro-Privatisierungs-Haltung der Weltbank sowie die Tatsache, dass der
Bericht die manifesten Misserfolge der von der Bank unterstützten
Pensionsreformen, besonders in Lateinamerika und Mittel- und
Osteuropa, nicht diskutiert.