Engelbert Stockhammer – WU Wien, Institut für Geld- und
Fiskalpolitik – legte dar, dass oft davon ausgegangen wird, dass
Lohnzurückhaltung mehr Beschäftigung bringt. Tatsächlich sind seit den 60er
Jahren die realen Lohnstückkosten in den EU-15 aber gesunken, während die
Arbeitslosenrate gestiegen ist. Die fallende Lohnquote dürfte einen negativen
Effekt auf die Gesamtnachfrage ausgelöst haben, was sich wiederum in einem
geringeren Arbeitsplatzangebot niedergeschlagen hat. Um wirklich mehr und
bessere Arbeitsplätze zu schaffen, wäre die europaweite Koordination der Geld-,
Fiskal- und Lohnpolitik in einem makroökonomischen Dialog wichtig, in dem auch
die Sozialpartner eingebunden sind. Eine besondere Herausforderung liegt in
einer Lohnkoordination zwischen alten und neuen Mitgliedsstaaten.
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Heiner Flassbeck – United Nations Conference on Trade and Development
(UNCTAD), Acting Director in der “Division on Globalization and Development
Strategies” – verkündete ein einfaches Rezept zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit: Jeder muss gemäß seinen Verhältnissen leben. Mit seiner
Lohnsenkungspolitik lebt Deutschland jedoch unter seinen Verhältnissen.
In den letzten Jahren lag die Steigerungsrate der Lohnstückkosten in Deutschland
weit unter jener der Europäischen Währungsunion. Die daraus resultierende
geringe Nachfrage im Inland schadet nicht nur dem deutschen Arbeitsmarkt. Länder
mit höheren Lohnstückkosten (wie etwa Italien, Spanien, Frankreich und
Großbritannien) kommen unter Druck entweder ebenfalls ihre Löhne gering zu
halten oder Marktanteile einzubüßen. Es entsteht die Gefahr der Deflation und
die gesamte Währungsunion kommt in Schwierigkeiten. Mit dem Ansatz,
Arbeitslosigkeit durch Lohnsenkungspolitik zu bekämpfen, ist die Politik
„grandios gescheitert“.
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