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"Jenseits von Lissabon" - WirtschaftswissenschafterInnen für eine Korrektur der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik

Die Euromemorandum-Gruppe alternativer ÖkonomInnen erwies sich mit ihren Problemszenarien seit 1997 fast als hellseherisch und zeichnet sich mit ihrer Fundamentalkritik an der gängigen Wirtschaftstheorie (neoliberaler Mainstream) aus. Seither werden jährlich Memoranden veröffentlicht, die sich auf die jeweils aktuelle wirtschaftliche Lage beziehen, in denen konkrete wirtschaftspolitische Empfehlungen abgegeben werden und die von bis zu 500 Wirtschaftswissen­schafterInnen mit ihrer Unterschrift unterstützt werden.

Das aktuelle Euromemorandum 2004 mit dem Titel „Jenseits von Lissabon – Wirtschafts- und sozialpolitische Leitlinien und Eckpunkte einer Verfassung für das europäische Gesellschaftsmodell“ übt gleich zu Beginn eine scharfe Kritik an der gegenwärtigen europäischen Wirtschaftspolitik:

„Der Fehlschlag (Anm.: der Lissabon-Strategie) ist nicht auf die Mängel der Umsetzung zurückzuführen, sondern auf den falschen politischen Ansatz, nämlich den engen makroökonomischen Rahmen, der Wachstum und Beschäftigung behindert, die einseitige Tendenz zur weiteren Liberalisierung und Deregulierung der Märkte, die, ebenso wie die Welle von Privatisierungen, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der EU beschädigt, und den Mangel an Transparenz und breiter demokratischer Diskussions- und Beteiligungsmöglichkeiten; dies hat große Teile der Menschen den Strukturen und der Politik in der EU weiter entfremdet.“

Im weiteren Text werden eine Reihe konkreter Empfehlungen gegeben, um Europa wieder auf einen erfolgreichen Weg zu führen.

(Judith Vorbach)

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Letzte Aktualisierung am 17.10.2007