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"Die Umgestaltung der Altersvorsorge im In- und Ausland: Welche Interessen stecken dahinter?" - Veranstaltung am 4. Juni 2004 im Rahmen des Austrian Social Forum

Das ISW hat im Rahmen des Austrian Social Forum, welches heuer in Linz von 3. bis 5. Juni stattgefunden hat, eine Infothek zum Thema „Die Umgestaltung der Altersvorsorge im In- und Ausland: Welche Interessen stecken dahinter?“ angeboten.

Am Freitag, den 4. Juni 2004, 11 Uhr, diskutierten etwa 25 TeilnehmerInnen über die aktuellen Entwicklungen rund um die Altersvorsorge.

Ernst Stummer (AK OÖ) und Eva Belabed (ISW) präsentierten die Entwicklung des Wohlfahrtsstaats im internationalen Kontext, die ideologische Kehrtwendung hin zu einem neoliberalen Modell samt deren Konsequenzen und die Auswirkungen auf Österreich.

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Am Beispiel der Altersvorsorge wurde die Rolle der Weltbank bei der Privatisierung der Pensionssysteme erläutert. Hierbei zeigte sich der Widerspruch zwischen der Argumentation der Weltbank bzw. der gegenwärtigen medialen „Pensionsrhetorik“ und den tatsächlichen Auswirkungen und Hintergründen der „Reformen“. Schließlich hat selbst die Weltbank nach den Erfahrungen in Lateinamerika ihre Empfehlungen revidiert:

  • Länder, die noch keine Privatisierung des Pensionssystems vorgenommen haben (wie etwa Brasilien), sollen im Rahmen des Pensionssystems eine robuste erste (öffentliche) Säule aufbauen.
  • Länder mit bereits privatisierten Systemen sollen die Pensionsfonds wirksamer regulieren, um die exorbitanten Gebühren und Administrationskosten zu reduzieren.

Insgesamt lässt sich in den letzten Jahren immer stärker der Unterschied zwischen dem europäischen und angelsächsischem Gesellschaftsmodell ablesen. Nicht mehr der Wohlfahrtsstaat sei dem angelsächsischen Modell nach anzustreben, sondern lediglich eine Linderung der schlimmsten Armut. Der Übergang von einer Konsens- zu einer Konfliktorientierung ist auch in Österreich bemerkbar. Die Betroffenheit der österreichischen ArbeitnehmerInnen spiegelt sich nicht zuletzt in der aktuellen Debatte über die Pensionen wider.

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Als Lösungsansätze kommen unter anderem in Frage:

  • Neue Funktionsmechanismen des Kapitalismus identifizieren und Gegenstrategien entwickeln (Beispiel: Einfluss der Pensionsfonds auf Investitionsentscheidungen -> Mitsprache der ArbeitnehmerInnen bzw. Gewerkschaften einfordern)
  • Transparente Gestaltung und Demokratisierung der internationalen Governance-Strukturen

In der konzentrierten und spannenden Diskussion wurde aber vor allem auch der Ruf laut nach einer Verstärkung der Zusammenarbeit auf internationaler Ebene mit dem Ziel, weltweite Rahmenbedingungen zu schaffen und so soziales Dumping zu verhindern.

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Hinweis auf weiterführende Informationen:

  • Bitte senden Sie mir die bei der Veranstaltung aufgelegten Unterlagen zu. >>
  • Bitte informieren Sie mich in Zukunft über Veranstaltungen, Publikationen und weitere Aktivitäten des ISW. >>
  • WISO Schwerpunktausgabe 3/03 - "Chancen für alle oder Reichtum für wenige"
    Plädoyer für eine Zukunft des Wohlfahrtsstaates >>
  • Eva Belabed: Sozialer Zusammenhalt am Beispiel der Pensionen - Zwei Gesellschaftsmodelle im Wettbewerb, in:
    Zukunftsforum Österreich (Hg): Generationen - Konflikt oder Harmonie, Sozialer Zusammenhalt zur Sicherung der Zukunft, ÖGB Verlag, Wien, 2004
    Presseinformation zum Buch 
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  • Top-Thema: Pensionsreformen bringen keine Verbesserung für Arbeitnehmer - Weltbankbericht bestätigt die Kritik der Gewerkschaften an der Privatisierung von Pensionen >>

(Judith Vorbach)



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Letzte Aktualisierung am 17.10.2007