Am Freitag, den 4. Juni 2004, 11 Uhr, diskutierten etwa 25
TeilnehmerInnen über die aktuellen Entwicklungen rund um die Altersvorsorge.
Am Beispiel der Altersvorsorge wurde die Rolle der Weltbank bei der
Privatisierung der Pensionssysteme erläutert. Hierbei zeigte sich der
Widerspruch zwischen der Argumentation der Weltbank bzw. der gegenwärtigen
medialen „Pensionsrhetorik“ und den tatsächlichen Auswirkungen und Hintergründen
der „Reformen“. Schließlich hat selbst die Weltbank nach den Erfahrungen in
Lateinamerika ihre Empfehlungen revidiert:
- Länder, die noch keine Privatisierung des Pensionssystems vorgenommen
haben (wie etwa Brasilien), sollen im Rahmen des Pensionssystems eine robuste
erste (öffentliche) Säule aufbauen.
- Länder mit bereits privatisierten Systemen sollen die Pensionsfonds
wirksamer regulieren, um die exorbitanten Gebühren und Administrationskosten
zu reduzieren.
Insgesamt lässt sich in den letzten Jahren immer stärker der Unterschied
zwischen dem europäischen und angelsächsischem Gesellschaftsmodell ablesen.
Nicht mehr der Wohlfahrtsstaat sei dem angelsächsischen Modell nach anzustreben,
sondern lediglich eine Linderung der schlimmsten Armut. Der Übergang von einer
Konsens- zu einer Konfliktorientierung ist auch in Österreich bemerkbar. Die
Betroffenheit der österreichischen ArbeitnehmerInnen spiegelt sich
nicht zuletzt in der aktuellen Debatte über die Pensionen
wider.
